Illustration der Bauchspeichldrüse neben Magen und Leber

11 erstaunliche Fakten zur Bauchspeicheldrüse

Ohne sie geht gar nichts: die Bauchspeicheldrüse. Sie hasst Schnaps und fettes Fleisch, liebt Espresso und Kürbis. Krebsgeschwüre sind bei ihr besonders gefährlich, denn man nimmt die Symptome lange nicht wahr. Wir erklären Ihnen eines der am meisten unterschätzten Organe anhand von 11 Fakten.






Fakt 1: Die Bauchspeicheldrüse reguliert den Blutzuckerspiegel

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Funktionen, eine exokrine und eine endokrine. Das heisst, sie gibt einerseits etwas exokrin («nach aussen») ab: die Verdauungsenzyme in den Verdauungstrakt beziehungsweise in den Zwölffingerdarm. Andererseits gibt sie endokrin («nach innen») Hormone ins Blut ab. Bei den Hormonen handelt es sich um Insulin und Glukagon, die den Zuckergehalt im Blut regeln. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, wenn er zu hoch ist, und Glukagon hebt ihn an, wenn er zu niedrig ist.

Folgendes Video zeigt, wie die Bauchspeicheldrüse mit Insulin und Glukagon den Blutzuckerspiegel reguliert.











Fakt 2: So schwer wie eine Tafel Schokolade

Die Bauchspeicheldrüse wiegt ungefähr 100 Gramm – und ist somit gleich schwer wie eine Tafel Schokolade.

Fakt 3: Zwei Liter Verdauungssaft

Pro Tag erzeugen die exokrinen Drüsenzellen bis zu 2 Liter Verdauungssaft. Den klaren, farblosen Saft geben sie in den Dünndarm ab. Er besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält Salz, Natriumbikarbonat und Verdauungsenzyme.

Fakt 4: Geformt wie eine Banane

Die Bauchspeicheldrüse ist ähnlich geformt wie eine Banane. Sie besteht aus den Abschnitten Kopf, Körper und Schwanz. Der Kopf liegt beim Zwölffingerdarm, der Körper erstreckt sich bis zum Schwanz, der an die Milz grenzt. Rein optisch sieht die Bauchspeicheldrüse zwar einheitlich aus, ihre Zellen haben aber ganz unterschiedliche Funktionen.

Fakt 5: Lange unbekannt

Die Bauchspeicheldrüse nennt man in der Fachsprache Pankreas. Dieser Name stammt vom Griechischen und bedeutet «pan» (alles) und «kreas» (Fleisch). Der griechische Arzt Hippokrates verwendete den Begriff bereits etwa um 460 v. Chr. Dennoch blieb die Bauchspeicheldrüse lange Zeit eine grosse Unbekannte. In den detailreichen anatomischen Zeichnungen von Leonardo da Vinci (1452–1519) ist sie nicht dargestellt – vermutlich hatte man sie bei den Sektionen zuvor entfernt.

Der flämische Chirurg Andreas Vesalius (1514–1564) beschrieb erstmals präzise die Form des Organs. Er ging allerdings davon aus, dass die Bauchspeicheldrüse lediglich ein Kissen des Magens ist. Der französische Mediziner Jean François Fernel (1497–1558) hielt sie für den Sitz der Melancholie, Hypochondrie und als Hort für wiederkehrendes Fieber. 1796 prägte der deutsche Mediziner Samuel Thomas Soemmering den Ausdruck «Bauchspeicheldrüse». Den Bereich der Hormonproduktion (Fakt 3), die sogenannten Langerhansschen Inseln, entdeckte der deutsche Pathologe Paul Langerhans 1869.

Fakt 6: Die Bauchspeicheldrüse hilft dem Darm

Die Bauchspeicheldrüse produziert über zwanzig verschiedene Verdauungsenzyme, die unsere Nahrung in kleinste Teile zerlegen. Ohne diese ist der Darm nicht fähig, die Nahrung richtig zu verarbeiten. Die darin enthaltenen Vitalstoffe könnten dann nicht ins Blut aufgenommen werden. Die Folgen wären Verdauungsstörungen wie Durchfall, Blähungen oder Bauchkrämpfe.






Illustration einer Torte






Fakt 7: Die Bauchspeicheldrüse mag kein Fett

Grosse Mengen an fettreicher Nahrung wie Schweinsbraten oder Torte sind eine Gefahr für das Organ. Denn das überfordert die Enzyme, welche die Fette verarbeiten. Insbesondere verhängnisvoll ist die Kombination von zu viel Fett und zu viel Alkohol. Die Bauchspeicheldrüse schätzt eine ausgewogene Ernährung und tägliche körperliche Bewegung.

Fakt 8: Diabetes als häufigste Erkrankung

Die häufigste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist Diabetes mellitus, auch bekannt als Zuckerkrankheit. Dabei erkrankt der endokrine Teil (Fakt 1) der Drüse. Beim Typ-1-Diabetes zerstört das eigene Immunsystem jene Zellen, die Insulin produzieren. Der Körper kann deshalb kein Insulin mehr bilden. Beim Typ-2-Diabetes verliert das Insulin an Wirksamkeit.

Fakt 9: Gefährlicher Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist aufgrund prominenter Erkrankter wie Apple-Gründer Steve Jobs, Star-Tenor Luciano Pavarotti und Schauspieler Patrick Swayze bekannt. In der Schweiz erkranken jährlich rund 1300 Personen daran. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine gefährliche Krebsart, weil sie häufig spät entdeckt wird. Denn die Symptome sind oft unspezifisch, wie Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit. Je weiter fortgeschritten die Erkrankung ist, desto tiefer sind die Heilungschancen. Zum Zeitpunkt der Diagnose kann nur jedem dritten Betroffenen durch eine Operation geholfen werden. Dabei entfernt der Chirurg vom Tumor betroffene Teile und angrenzende Nachbarorgane. Möglicherweise muss er auch betroffene Lymphknoten entfernen. Im Video erklärt KSB-Chefchirurg Antonio Nocito die Whipple-Operation, die oft bei Bauchspeicheldrüsenkrebs angewendet wird.






Illustration von Kürbissen






Fakt 10: Kürbisse helfen der Bauchspeicheldrüse

Das Organ hat gerne Kürbisse. Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass diese die Erneuerung von geschädigten Bauchspeicheldrüsenzellen anregen. Durch die Enzyme im Kürbis wird die Bauchspeicheldrüse entlastet. Kürbisextrakt kann daher sowohl Vorstufen von Diabetes Typ 2 als auch einer bestehenden Zuckerkrankheit entgegenwirken.

Fakt 11: Bitterstoffe regen die Bauchspeicheldrüse an

Bitterstoffe in unserer Nahrung sind wichtig für eine gesunde Bauchspeicheldrüse. Sobald Zunge und Gaumen Bitterstoffe wahrnehmen, schütten die Drüsen des Magens, der Galle und der Bauchspeicheldrüse ihre Verdauungssäfte aus. Das regt auch die Darmtätigkeit an. Natürliche Bitterstoffe liefern beispielsweise Rucola, Chinakohl und Artischocke, als Gewürz unter anderem Lorbeer, Anis, Fenchel, Kamille und Liebstöckel. Auch ein Espresso nach dem Essen liefert wertvolle Bitterstoffe.






Alles rund um die Bauchspeicheldrüse

Mit dem Pankreaszentrum ist das KSB der kompetente Ansprechpartner für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Gerne können Sie sich an die KSB-Experten wenden.






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