Ein rotes Batikmuster

Blut im Stuhl: Es ist nur selten Krebs

Blut im Stuhl ist kein Gesprächsthema fürs nächste Kafichränzli, klar. Es ist aber wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Denn auch wenn die Ursache meistens harmlos ist, sollte man das Symptom ernst nehmen.






Blut im Stuhl lässt die Alarmglocken läuten: Das muss Darmkrebs sein! Zwar ist das eine mögliche Ursache, wahrscheinlicher ist aber eine andere, meistens harmlosere Erkrankung. Dennoch: Entdeckt man wiederholt oder über einen längeren Zeitraum Blut im Stuhl, sollte man das immer von einem Arzt abklären lassen. Andreas Keerl, Leitender Arzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie am KSB, sagt: «Auch wenn die Ursache oft harmlos ist, ist eine Abklärung wichtig und oftmals erforderlich, um die Ursache zu klären und das weitere Vorgehen festzulegen »

Viele Krankheiten können zu Blut im Stuhl führen, die sich jedoch alle unterschiedlich zeigen. Blut im Stuhl ist ein Symptom und tritt bei verschiedenen Erkrankungen auf. Je nachdem ist es hell oder dunkel, ist nur auf dem WC-Papier sichtbar oder auch in der Toilettenschüssel. Andreas Keerl: «Diese Hinweise sind für uns wichtig und sind häufig Anhaltspunkte für die Ursache.» Folgend eine Übersicht von Krankheiten, bei denen Blut im Stuhl ein mögliches Symptom ist.






Die häufigsten Krankheiten

Magen-Darm-Geschwüre

Geschwüre im Magen-Darm-Trakt sind Entzündungen der Schleimhaut. Sie treten vor allem im Magen oder Zwölffingerdarm auf und sind die häufigste Ursache für Blut im Stuhl. Meistens ist eine bakterielle Infektion der Grund für die Geschwüre, manchmal auch ein Medikament. Hierbei zeigt sich das Blut meist nicht als helles, sichtbares Blut, sondern vielmehr als dunkler, schwarzer Stuhlgang. Je nachdem helfen dann Antibiotika oder ein Medikament, das die Magenwand schont. In sehr seltenen Fällen ist eine Operation nötig.

Hämorrhoiden und Analfissuren

Vor allem bei hellem Blut im Stuhl sind häufig Hämorrhoiden die Ursache. Dabei reissen gut durchblutete Schleimhautpolsterungen des Afterkanals auf und bluten. Auch feine Risse (Fissuren) in der Darmschleimhaut können zu Blut im Stuhl führen. Der Grund fürs Bluten ist meistens, dass Betroffene beim Stuhlgang stark pressen, beispielsweise weil sie an einer Verstopfung leiden, oder mechanische Irritationen führen zu Verletzungen.

Medikamente

Einige Wirkstoffe von Medikamenten, vor allem von Schmerz-, Entzündungs- und Fieberarzneien, sowie blutverdünnende Medikamente können Blutungen im Magen-Darm-Trakt verursachen. Insbesondere, wenn man sie während langer Zeit einnimmt, schädigen einige von ihnen die Schleimhaut von Magen- und Darmtrakt. Dann hilft es, nach Möglichkeit ein Medikament mit ähnlicher Wirkung, aber anderen Inhaltsstoffen zu verwenden oder mit der Einnahme ganz zu pausieren. Das sollte man aber zuvor immer mit einem Arzt besprechen.

Darmdivertikel und -polypen

Beide Veränderungen sind gutartige Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, meistens des Dickdarms. Polypen wachsen nach innen und sind Vorstufen von Darmkrebs. Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die nach aussen wachsen. Beide treten mit zunehmendem Alter auf, in den westlichen Ländern sind 60 Prozent aller 70-Jährigen davon betroffen. Wenn sich die Ausstülpungen entzünden, können sie zu bluten beginnen, wobei eine Blutung auch ohne Entzündung auftreten kann. Nebst Blut im Stuhl verursachen sie auch sogenannte Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, wie Verstopfungen, Durchfall oder Blähungen. Kurzfristig kann eine Ernährungsumstellung helfen. Wenn das keine Besserung bringt, sollte unbedingt eine weitere Abklärung erfolgen, zum Beispiel durch eine Darmspiegelung. Nur selten ist eine Operation nötig.

Anders als Divertikel gelten Polypen als mögliche Vorstufe von Darmkrebs. Sie machen kaum Beschwerden, bis sie ab einer gewissen Grösse zu bluten beginnen. Dann entfernt man sie mit einer Darmspiegelung oder falls nötig operativ.

Magen- oder Darmkrebs

Auch Tumore im Magen oder im Darm können ein Grund sein für Blut im Stuhl. Wobei die Tumore aber nicht zwingend bösartig sind. Auch gutartige Geschwüre können Blutungen verursachen. Eine Gewebeprobe während der Magen- oder Darmspiegelung gibt Aufschluss darüber, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und ob man ihn entfernen sollte.

Darmkrankheiten

Verschiedene weitere Krankheiten des Darms können zu Blut im Stuhl führen. Dazu zählen Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn ((LINK: Morbus Crohn-Artikel KSB-Blog)). Die beiden chronischen Darmentzündungen reizen die Darmschleimhaut. Das verursacht Blutungen.






Spiegelung klärt auf

Frisches Blut im Stuhl ist hellrot und deutet darauf hin, dass die Ursache für die Blutung wahrscheinlich im Dickdarm liegt. Älteres Blut hingegen ist dunkelrot, teilweise beinahe schwarz. Dann ist meistens der obere Verdauungstrakt betroffen, das heisst Speiseröhre, Magen oder Dünndarm.

Weitere Symptome wie Übelkeit, Durchfall oder bereits bekannte Erkrankungen helfen Ärzten, die Ursache zu finden. Endgültige Klarheit geben meistens ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl, eine körperliche Untersuchung beim Arzt und letztendlich eine Magen-Darm-Spiegelung. Je nach Befund folgt dann eine Therapie. Andreas Keerl: «Wichtig ist, dass Betroffene die Ursache abklären lassen oder ab dem fünfzigsten Lebensjahr zur Darmkrebsvorsorge gehen. Nur so können wir frühzeitig eine bösartige Krankheit erkennen und in den meisten Fällen sogar verhindern.» Dabei arbeiten am zertifizierten KSB-Darmkrebszentrum unterschiedliche Fachrichtungen Hand in Hand zusammen und ermöglichen eine moderne, auf den Patienten massgeschneiderte Therapie nach internationalen Richtlinien.






Hilfe bei Blut im Stuhl

Haben Sie Blut in Ihrem Stuhl entdeckt? Lassen Sie von unseren Experten vom KSB-Darmzentrum die Ursache abklären.






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